Biomassekraftwerk Oberwart, ein Modell für ganz Europa
von Christoph Kurtz, 27.08.08 um 08:27 Uhr, 2 Kommentare, Kommentar verfassen
Vorne kommt Waldhackgut hinein, hinten kommen Strom und Wärme heraus. Das technische Gustostückerl liegt aber dazwischen.
Während bei anderen Kraftwerken die Biomasse verbrannt wird, gehen BEGAS und BEWAG in Oberwart einen anderen Weg. Hier wird das Holz unter hohen Temperaturen vergast. Anschließend folgt eine technisch äußerst anspruchsvolle Reinigung des so gewonnenen Holzgases. Mit dem werden zwei große Gasmotoren betrieben, die Strom erzeugen, der ins Stromnetz eingespeist wird. Daneben fällt aber auch noch jede Menge Wärmeenergie an.
Mit der jährlich erzeugten Ökostrommenge von 21 GWh könnten rund 5700 Haushalte mit Strom und mit den 30 GWh Wärme ca. 2300 Haushalte mit Wärme versorgt werden. Das Projekt wurde auch schon im Kurier und im ORF vorgestellt.
Mit der hier angewandten Technologie ist das Biomassekraftwerk Vorreiter auf der Schiene der effizientesten Nutzung von Biomasse zur Produktion von Ökostrom und Wärme. Das aus der Vergasung gewonnene Holzgas (Produktgas), könnte nach einer zusätzlichen mehrstufigen Reinigung und einer weiteren Methanierungsstufe auch in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist werden.
Das besondere Verfahren im Biomassekraftwerk Oberwart baut auf die duale Wirbelschichttechnologie auf. Durch die getrennte Ausführung einer Verbrennungs- und Vergasungszone und die Verwendung von Wasserdampf als Vergasungsmittel kann in der Vergasungszone ein Produktgas gewonnen werden, welches arm an Teeren und praktisch frei von Stickstoff ist und im Vergleich zu anderen Vergasungsverfahren einen hohen Heizwert besitzt.
Als Arbeitsmaschinen gelangen zwei Gasmotoren zum Einsatz. Aufgrund seines hohen elektrischen Wirkungsgrades bringen sie in Verbindung mit dem atomsphärischen Vergasungsverfahren die notwendigen Voraussetzungen mit, um einen möglichst hohen elektrischen Gesamtanlagenwirkungsgrad und eine möglichst hohe Wirtschaftlichkeit des Verfahrens zu erreichen. Als weitere Arbeitsmaschine kommt ein ORC- (Organic-Rankine_Cycle)- Prozess zum Einsatz. Dabei wird die ausgekoppelte Wärme auf hohem Temperaturniveau in einem Thermoölkreislauf übergeführt. Mit dem Thermoöl wird ein organisches Arbeitsmittel zum Verdampfen gebracht und eine klassische Dampfturbine betrieben, welche einen Generator antreibt und nochmals elektrische Energie erzeugt (Kombiprozess).
Nach der Vergasung der Biomasse wird durch die Gaskühlung und Gasreinigung das erzeugte Produktgas auf die zur Verarbeitung in den Motoren notwendigen Bedingungen gebracht. Die Kühlung erfolgt durch einen speziell für die Produktgasbedingungen konzipierten Wärmetauscher, während die Schadstoffe Verschmutzungen des Holzgases mit Staub und Teeren mittels Gewebefilter und Wäscher entfernt werden. Anfallende Medien werden wieder in die Anlage rückgeführt. Die thermische Energie (Wärme) auf niedrigem Temperaturniveau nach der Erzeugung von elektrischer Energie mittels ORC Prozess wird als Fernwärme verwertet.
Die Technik der Holzvergasung existiert grundsätzlich schon seit einigen Jahrzehnten. Insbesondere in Kriegs- und Krisenzeiten mit Treibstoffmangel wurden Fahrzeuge mit Holzvergasermotoren betrieben. Natürlich, das Kriterium Energieeffizienz war damals noch kein Thema – viel wichtiger war die Mobilität – d.h. eine Strecke von A nach B überhaupt zurücklegen zu können. Im Biomassekraftwerk Oberwart werden die höchste Entwicklungsstufe und die größtmögliche Effizienz (nach dem heutigen Stand der Technik) verwendet.

PKW – Holzvergasermotor (1935)
Während bei anderen Kraftwerken die Biomasse verbrannt wird, gehen BEGAS und BEWAG in Oberwart einen anderen Weg. Hier wird das Holz unter hohen Temperaturen vergast. Anschließend folgt eine technisch äußerst anspruchsvolle Reinigung des so gewonnenen Holzgases. Mit dem werden zwei große Gasmotoren betrieben, die Strom erzeugen, der ins Stromnetz eingespeist wird. Daneben fällt aber auch noch jede Menge Wärmeenergie an.
Mit der jährlich erzeugten Ökostrommenge von 21 GWh könnten rund 5700 Haushalte mit Strom und mit den 30 GWh Wärme ca. 2300 Haushalte mit Wärme versorgt werden. Das Projekt wurde auch schon im Kurier und im ORF vorgestellt.
Mit der hier angewandten Technologie ist das Biomassekraftwerk Vorreiter auf der Schiene der effizientesten Nutzung von Biomasse zur Produktion von Ökostrom und Wärme. Das aus der Vergasung gewonnene Holzgas (Produktgas), könnte nach einer zusätzlichen mehrstufigen Reinigung und einer weiteren Methanierungsstufe auch in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist werden. Das besondere Verfahren im Biomassekraftwerk Oberwart baut auf die duale Wirbelschichttechnologie auf. Durch die getrennte Ausführung einer Verbrennungs- und Vergasungszone und die Verwendung von Wasserdampf als Vergasungsmittel kann in der Vergasungszone ein Produktgas gewonnen werden, welches arm an Teeren und praktisch frei von Stickstoff ist und im Vergleich zu anderen Vergasungsverfahren einen hohen Heizwert besitzt.
Als Arbeitsmaschinen gelangen zwei Gasmotoren zum Einsatz. Aufgrund seines hohen elektrischen Wirkungsgrades bringen sie in Verbindung mit dem atomsphärischen Vergasungsverfahren die notwendigen Voraussetzungen mit, um einen möglichst hohen elektrischen Gesamtanlagenwirkungsgrad und eine möglichst hohe Wirtschaftlichkeit des Verfahrens zu erreichen. Als weitere Arbeitsmaschine kommt ein ORC- (Organic-Rankine_Cycle)- Prozess zum Einsatz. Dabei wird die ausgekoppelte Wärme auf hohem Temperaturniveau in einem Thermoölkreislauf übergeführt. Mit dem Thermoöl wird ein organisches Arbeitsmittel zum Verdampfen gebracht und eine klassische Dampfturbine betrieben, welche einen Generator antreibt und nochmals elektrische Energie erzeugt (Kombiprozess).
Nach der Vergasung der Biomasse wird durch die Gaskühlung und Gasreinigung das erzeugte Produktgas auf die zur Verarbeitung in den Motoren notwendigen Bedingungen gebracht. Die Kühlung erfolgt durch einen speziell für die Produktgasbedingungen konzipierten Wärmetauscher, während die Schadstoffe Verschmutzungen des Holzgases mit Staub und Teeren mittels Gewebefilter und Wäscher entfernt werden. Anfallende Medien werden wieder in die Anlage rückgeführt. Die thermische Energie (Wärme) auf niedrigem Temperaturniveau nach der Erzeugung von elektrischer Energie mittels ORC Prozess wird als Fernwärme verwertet.
Die Technik der Holzvergasung existiert grundsätzlich schon seit einigen Jahrzehnten. Insbesondere in Kriegs- und Krisenzeiten mit Treibstoffmangel wurden Fahrzeuge mit Holzvergasermotoren betrieben. Natürlich, das Kriterium Energieeffizienz war damals noch kein Thema – viel wichtiger war die Mobilität – d.h. eine Strecke von A nach B überhaupt zurücklegen zu können. Im Biomassekraftwerk Oberwart werden die höchste Entwicklungsstufe und die größtmögliche Effizienz (nach dem heutigen Stand der Technik) verwendet.

PKW – Holzvergasermotor (1935)







CO2 Einsparung
von Gast, 02.09.08 um 09:09 Uhr
hallo,
wieviel co2 wird bei dieser biomasseanlage eingespart (im gegensatz zu erdöl oder erdgas)? wie funktioniert eigentlich dieser co2 - zertifikatshandel? da hört man so viel und doch so wenig ...
lg
antworten
13.000 Tonnen CO2 Einsparung
von Christoph Kurtz, 03.09.08 um 16:02 Uhr
Hallo!
Im Biomassekraftwerk Oberwart werden jährlich ca. 13.000 Tonnen CO2 eingespart.
Zum Zertifikatshandel. Der Industrie werden Verschmutzungsrechte in Form von CO2-Zertifikaten zugeteilt; verschmutzen sie mehr, müssen sie dafür bezahlen. Das dient dem Ziel, die im Rahmen des Kyoto-Protokoll gesetzten CO2-Reduktionen zu erreichen. Österreich muss laut Kyoto-Protokoll seine CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 13 % senken.
Betroffen vom Emissionshandel sind Verbrennungsanlagen mit einer thermischen Leistung von mehr als 20 MW, Erdölraffinerien, Kokereien, Eisen- und Stahlwerke, sowie Anlagen der Zement-, Glas-, Kalk-, Ziegel-, Keramik-, Zellstoff- und Papierindustrie. Wird von einer Anlage mehr CO2 als zugeteilt emittiert, muss der Anlagenbetreiber von anderen Anlagen (welche weniger CO2 als zugeteilt emittieren) oder an der Börse Emissionszertifikate zukaufen.
Die Verteilung der Zertifikate ist im Nationalen Zuteilungsplan (NAP) geregelt.
Weitere Infos unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/EU-Emissionshandel
mfg
christoph kurtz