Aus für die Glühbirne

Sie haben es wohl auch in den letzten Tagen gelesen. Erst Australien, dann Neuseeland und jetzt macht auch die Europäische Union ernst. Das Aus für die Glühbirne kommt.

Ich will kurz beschreiben, wie die Regelung der EU aussieht, denn es ist so, dass nicht alle Glühbirnen am selben Tag aus dem Regal verschwinden werden. Das Verbot soll schrittweise in Kraft treten und jedes Jahr lt. EU-Kommission 23 Mio. Tonnen an Treibhausgas-Emissionen sparen.

Laut dem Stufenplan dürften ab dem 1. September 2009 Glühbirnen ab 100 Watt nicht mehr auf den Markt gebracht werden. Jedoch wäre der Verkauf aus Lagerbeständen noch erlaubt. Mit 1. September 2010 soll das Verbot auf Glühbirnen ab 75 Watt ausgeweitet werden, ein Jahr später auf 60 Watt und ab 1. September 2012 auf alle Leichtkörper über 25 Watt. Im Jahr darauf sollen die Effizienzkriterien angepasst werden; ab September 2016 werden dann auch die nicht effizienten Halogenlampen verboten. Damit könnten tatsächlich nur noch Energiesparlampen oder andere Leuchttechnologien als Glühbirnen-Ersatz verwendet werden.

In Kraft gesetzt ist die Regelung aber noch nicht. Der Beschluss muss noch vom EU-Parlament bestätigt werden. In Kraft tritt die Richtlinie mit Veröffentlichung im Europäischen Amtsblatt, was aller Voraussicht nach bis spätestens Juni 2009 der Fall sein soll. Nach fünf Jahren soll die Regelung überprüft werden.

DIe EU-Kommission rechnet mit Einsparungen von rund 5,3 Mrd. Euro pro Jahr, was etwa ein Drittel der Gesamtausgaben für Beleuchtung entspricht. Die negativen Auswirkungen auf die produzierende Industrie schätzt die Kommission gering ein: Nur noch 8.000 von insgesamt 50.000 Menschen, die in der Beleuchtungsbranche beschäftigt sind, produzierten klassische Glühbirnen. Dafür wird neue wirtschaftliche Dynamik im Bereich der Energiesparlampen und LED-Technik erwaret.

Übrigens nicht alle Menschen sind glücklich mit dem Glühbirnen-Aus. Befürchtet werden geringere Beleuchtungsqualität, schlechtere Dimmbarkeit und Probleme bei der Entsorgung (Quecksilber). Mein Eindruck ist, dass derzeit sehr viel in Technologie & Forschung investiert wird (auch hier im Burgenland), um die neuen Leuchttechnologien noch besser und dennoch effizient zu gestalten. Neben der üblichen Alternativen zur Glühlampe wie der Energiesparlampe setzen die großen Hersteller wie Philips und Osram stark auf Beleuchtung mittels LED-Technik. Auch ich sehe hier die große Zukunft.

Warum´s der Glühbirne so sehr an den Kragen geht, ist leicht erklärt.
Weltweit entfallen rund 19 Prozent der verbrauchten Elektrizität auf Leuchtquellen. Sie setzt gerade mal fünf Prozent ihres Energiebedarfs in Licht um. Den Rest verschwendet sie darauf, das ummantelnde Glas zu heizen. Sie ist damit deutlich ineffizienter als die Energiesparlampe.

Übrigens: Insbesondere im Winter wird besonders viel für Beleuchtung aufgewendet, was vor allem mit dem Nutzungsverhalten zu tun hat. Hier ist Ihr persönliches Sparpotential am grössten. Die Leuchten sind teils 16 Stunden/Tag in Betrieb; das Licht wird nicht abgedreht, obwohl es nicht gebraucht wird etc. Technisch können hier Zeitschaltuhren und Bewegungsmelder helfen. Gerade im Winter gilt: Ein effizienter Umgang mit Licht senkt sowohl Ihren Stromverbrauch wie auch Ihre Energiekosten.

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