Auch die Photovoltaik braucht Planungssicherheit

Zuletzt habe ich darüber geschrieben, dass die Photovoltaik ein relevanter Wachstumsmarkt der kriselnden Wirtschaft sein kann. Dafür braucht es jedoch eine politische Perspektive, insbesondere was die Förderungen betrifft. Die EU-Ziele zur Treibhausgasreduktion (Reduktion um 20 Prozent bis 2020) und zum Anteil der erneuerbaren Energieträger (20 Prozent bis 2020) schaffen ambitionierte Vorgaben. Kollege Kurtz schreibt darüber auch in seinem Biomasseblog. Österreich muss seinen Anteil an Erneuerbaren von derzeit 23,3 Prozent auf 34 Prozent erhöhen. Das ist machbar!

Ich möchte jedoch durchaus kritisch anmerken, dass es zur Erreichung der Ziele auch stabile Voraussetzungen braucht, welche die Kalkulation von Investitionen in die erneuerbaren Energieträger ermöglichen. Das gilt insbesondere für die Photovoltaik.
Ein Beispiel: Einerseits ist es erfreulich, dass der Klimafonds zuletzt die PV-Förderung 2008 um 2,9 Mio. Euro aufgestockt hat. Dadurch kommen mehr eingereichte Anlagen zu einer Förderung. Auch heuer wird es eine Förderung geben und es werden wohl ebenfalls weitere schon eingereichte Anlagen (es gilt first come – first serve) zum Zug kommen.
Aber eigentlich ist es für die Branche wichtig zu wissen, wie es mittelfristig weitergeht. Sich von Jahr zu Jahr von einer Förderung zur nächsten Förderung zu hanteln, ist meines Erachtens eben kein stabiler Rahmen für den Aufbau einer neuen Industrie, nämlich der Photovoltaik Industrie.
Klarerweise sind die meisten Big-Player wie Fronius im Bereich Wechselrichter stark exportorientiert. Aber ein stabiler Heimmarkt würde enorm helfen, die Unternehmen im Bereich Solarstrom zu pushen und wachsen zu lassen. Dass die Klimafonds-Förderung mit Fristverschiebungen und kurzfristigen Aufstockungen agiert hat, ist sicher eine Folge des jahrelangen Stillstands in diesem Bereich. Aber genau deshalb braucht es jetzt Kontinuität.

Die Photovoltaik zählt zu den stärksten Wachstumsmärkten im gesamten Technologiebereich“, steht etwa in der Photvoltaik Roadmap des BMVIT aus dem Jahr 2007. Dort heisst es jedoch auch unter Maßnahmen:
Sicherstellung einer konstanten Förderlandschaft, Einspeisegesetz mit kostengerechter Vergütung speziell fokussiert auf Schwerpunktsetzung, dessen Höhe jährlich - entsprechend der internationalen Preisentwicklung – angepasst wird“. Nur ein Punkt von vielen.
Genau das braucht es; der Ministeriumsbericht hatte das richtig skizziert. Nur langsam läuft uns die Zeit davon, denn andere Staaten sind schon einige Schritte weiter.

Wir haben in Österreich strukturell eine hervorragende Unternehmenslandschaft als Ausgangsbasis für den Wachstumsmarkt Photovoltaik. Doch wenn wir durch das Ökostromgesetz, eine entsprechende Einspeiseverordnung und gut dotierte, planbare Anlagenförderung des Klimafonds keine langfristige Wachstumsperspektive erhalten, verbauen wir uns in Österreich die große Chance auf wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung.

Die Großindustrie hat im Zuge des EU-Gipfels beim Emissionshandel mit dem Verweis auf langfristige Planbarkeit von Investitionen viele Ausnahmen und Gratiszertifikate ausverhandelt. Meiner Meinung haben jedoch auch die Zukunftstechnologien wie die Photovoltaik ein Recht auf diese langfristige Perspektive. Denn wie soll man als Unternehmen oder Privatpersonen eine Investition planen, wenn man nicht weiß, wie die Förderung in den kommenden Jahren aussieht?

Das ist in gewisser Weise mein Wunsch für das Jahr 2009. Wir brauchen bundesweit Rahmenbedingungen, die der Photovoltaik zum Durchbruch verhelfen können.
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