Elektromobil auf der Überholspur

Als ich vor einigen Monaten über die Entwicklung des Elektroautos geschrieben habe, war schon klar, dass einiges in Bewegung gerät. Ich muss aber gestehen, die aktuelle enorme Dynamik am Markt überrascht auch mich.
Kaum ein großer Player am Automobilmarkt kann derzeit an der Weiterentwicklung der Elektromobilität vorbei.
Der OÄMTC veranstaltet z.B. morgen am 18. Juni in Linz den „Schauplatz Mobilität 2009“, wo natürlich auch die Elektromobilität und andere umweltfreundliche Technologien eine maßgebliche Rolle spielen.

Hier ein paar subjektiv zusammen gestellte Eindrücke der wichtigsten Entwicklungen, die durchaus positives für die nahe Zukunft erwarten lassen:

Better Place: Das Projekt sorgt weltweit für Furore
Erst kürzlich hat das kalifornische Unternehmen von Shai Agassi die weltweit erste Technologie für den Batteriewechsel von Elektrofahrzeugen sowie eine Ladestation für Elektroautos vorgestellt.
Better Place geht von einer Akkulösung aus, die sich in einem wesentlichen Punkt von allen bisherigen Konzepten unterscheidet: Fehlt die Zeit, die Autobatterie wieder aufzuladen, kann ein Autofahrer eine der Better Place Wechselstationen anfahren und seine leeren Akkus gegen einen frisch geladenen Akkupack auszutauschen. Der Akku-Wechsel soll sogar schneller ablaufen als ein regulärer Tank-Stopp. Der erste gezeigte Akku-Tausch wurde vor zwei Wochen in Japan präsentiert.
In Israel arbeiten Better Place und Renault-Nissan daran, bis 2011 ein emissionsfreies, landesweites Mobilitätskonzept auf Basis von Elektrofahrzeugen zu realisieren. Better Place plant den Aufbau von Ladestationen auf privaten und öffentlichen Parkplätzen, vor Geschäften und Restaurants sowie in Gewerbegebieten. Eine Reihe anderer Staaten hat ebenfalls schon Verträge mit Better Place.
(Quelle: Ökonews)

Klimafonds-Studie analysierte Auswirkungen auf Stromwirtschaft
Im Auftrag des österreichischen Klimafonds hat PriceWaterhouseCooper eine Analyse der Auswirkungen von Elektrofahrzeugen auf die österreichische Energiewirtschaft durchgeführt. Für die Analysen wurde ein Anteil von 20% Elektrofahrzeugen an PKWs, leichten Nutzfahrzeugen und einspurigen Fahrzeugen angenommen, wobei alle in Österreich zugelassenen Fahrzeuge die Grundlage bildeten. Das Ergebnis: Die Einführung von 20% Elektrofahrzeugen (ca. 1 Mio. Fahrzeuge) würde den österreichischen Stromverbrauch um etwa 3 % erhöhen. Die Angst, dass allein durch die Elektromobilität der Bedarf an neuen Großkraftwerke bzw. Stromimporten steigt, ist damit weitgehend entkräftet.
Sehr wohl halte ich jedoch für relevant, dass der Anteil der Erneuerbaren an der Stromproduktion noch weiter ausgebaut werden muss. Denn nur Elektromobilität aus sauberem Strom hilft der Klimabilanz nachhaltig.
Die Studie besagt, dass – laut einer Stromverbrauchsanalyse – über einen durchschnittlichen Werktag die bestehende Netzinfrastruktur ausreichend sei und Adaptionen im Verteilnetzbereich nur beim Bau der Ladestationen notwendig ist. Bei einer Einführung in ganz Österreich bräuchte es ca. 16.200 Ladestationen. Ausgehend von einem Stromerzeugungsmix, der in etwa der heutigen Stromerzeugung entspricht, würden sich die spezifischen CO2-Emissionen der PKWs auf 40 g/km reduzieren. Dies würde einer Reduktion um 2/3 der derzeitigen spezifischen Emissionen von konventionellen Kraftfahrzeugen entsprechen.
Weitere Informationen zur Studie sind auf der Website des Klimafonds zu finden:

Gespannt kann man auch sein, wie sich das mit bis zu 4,7 Millionen Euro geförderte Pilotprojekt Vlotte in Vorarlberg entwickeln wird. Heuer wird ein Flottenversuch mit vorerst 100 Elektrofahrzeugen durchgeführt. Dabei sollen fundierte Erfahrungen – etwa über Praxistauglichkeit, Verbrauch, Reichweiten, Servicekosten und verschiedene Akkutechnologien – gesammelt werden. Gleichzeitig wird die notwendige Betankungsinfrastruktur auf Basis erneuerbarer Energieträger aufgebaut. In der ersten Phase sollen vor allem Unternehmen und öffentliche Institutionen für den Einsatz von Elektrofahrzeugen gewonnen werden. Im Jahr 2010 ist vorgesehen, die Fahrzeugflotte maßgeblich zu erweitern.

Spannend auch die aktuellen Entwicklungen, die auf der sog. "Electric Avenue" , der ersten Expo für nachhaltige Mobilität in Friedrichshafen, präsentiert wurden. Hier konnten auch einige Modell bestaunt und getestet werden.

Mein Eindruck: Wir sind tatsächlich an der Brücke vom Modell zum serienreifen Auto angelangt.
Eine der Schwachstellen ist sicher noch die Batterie. Platz-, Kapazitäts-, Haltbarkeits- und Reichweitenprobleme bremsten Serienproduktionen aus. Um den Energiegehalt von einem Liter Benzin zu ersetzen, werden Stromspeicher mit einer Leistung von 10 Kilowattstunden benötigt. Mit einem Akku dieser Größe ist es jedoch nur möglich, Kurzstrecken zu fahren. Allerdings melden Hersteller, dass es auch hier deutliche Fortschritte gibt, die optimistisch stimmen. (siehe Ökonews-Beitrag)

Für uns heißt das, dass wir die Entwicklungen weiter beobachten aber auch nicht untätig zusehen. In einer Arbeitsgruppe der BEWAG wird derzeit sehr intensiv über die Auswirkungen der Elektromobilität auf das Burgenland und insbesondere auf die gesamte BEWAG GRUPPE-Gruppe diskutiert. Wir führen intensive Gespräche mit den Autofahrerclubs und anderen Institutionen und Vereinen, die sich mit Elektromobilität beschäftigen. Vielleicht kann ich Ihnen in den nächsten Wochen schon genaueres mitteilen. Ich glaube, Sie sie werden überrascht sein, über den Umfang unserer Überlegungen und künftigen Aktivitäten. Die BEWAG GRUPPE-Gruppe wird meiner Meinung nach, sicherlich einen wesentlichen Beitrag zur E-Mobilität der Burgenländer beitragen. Lassen Sie sich überraschen!

Interessante Informationen über aktuelle Entwicklungen finden Sie u.a auf folgenden Websites:
Ecomobil: http://www.ecomobil-magazin.de/
Saubere Autos: http://www.saubereautos.at/
Ökonews: http://www.oekonews.at
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