Zukunftsanwendungen der PV: Die Gebäudeintegration
von Rudolf Titz, 30.10.09 um 10:00 Uhr, 0 Kommentare, Kommentar verfassen
Wer sich mit der Zukunft der Photovoltaik auseinander setzt, ist oft mit Fragen der Wirtschaftlichkeit, technologischen Entwicklungen und Effizienz konfrontiert. Ein Aspekt, der meiner Meinung nach in der öffentlichen Debatte zu wenig berücksichtigt wird, ist die Entwicklung auf der Anwendungsseite.
Ein gutes Beispiel dafür ist die gebäudeintegrierte Photovoltaik (GIPV).
Eine vergangene Woche vorgestellte Studie (hier als Download) hat auf hervorragende Art und Weise Potentiale und Entwicklungen aufgearbeitet, auf die ich heute und in nächster Zeit eingehen möchte. Denn gerade in der multifunktionalen Ausrichtung, also in der Integration neuer Technologie in andere Anwendungsbereiche, besteht eine Chance für die Photovoltaik.
Und sie bietet hier allerhand Möglichkeiten und Perspektiven.
Enorme Potenziale
Der gebäudeintegrierten Photovoltaik wird weltweit enormes Potenzial vorhergesagt . Prognosen zufolge wird der weltweite Markt für gebäudeintegrierte Photovoltaik von derzeit etwa 1,6 Mrd. USD bis 2016 auf rund 8,7 Mrd. USD ansteigen. Im Bild sehen Sie die prognostizierte Entwicklung der GIPV in ausgewählten Ländern.
Aber auch in Österreich gibt es viele Perspektiven. Hubert Fechner, Professor am Institut für Erneuerbare Energie des Technikum Wien und einer der Autoren der Studie, die vom Klima- und Energiefonds (Klien) in Auftrag gegeben wurde, hat ein technisches Potenzial von gebäudeintegrierter Photovoltaik in Österreich auf rund 140 Quadratkilometer Dachfläche und rund 50 Quadratkilometer Fassadenfläche errechnet.
Gebäudeintegrierte Photovoltaik ist auch aus ökonomischer Sicht doppelt sinnvoll, denn es ist kein zusätzliches Element, sondern bedeutet die Substitution von Fassaden- und Dachelementen durch meist semitransparente PV-Elemente und eine Erweiterung der Gebäudefunktionalität. Neben der Stromproduktion werden somit auch noch andere Funktionen im Gebäude, etwa Wetter- und Schallschutz, Dämmung oder Abschattung durch GIPV abgedeckt.
Um das gesamte Potenzial zu nutzen, muss sich aber der Wirkungsgrad der PV-Technologie noch verbessern. Die Effizienzverluste durch nicht optimale Neigung und Ausrichtung der Module, Verschattung oder zu hohe Temperaturen sind fallweise beträchtlich. Insbesondere bei einer in die Fassade integrierten Anlage ist deshalb der Verschattungsfreiheit höchste Bedeutung beizumessen.
Eine Chance für Österreichs Wirtschaft
In Österreich gibt es bereits heute sowohl Unternehmen, die in diesem Bereich spezialisiert sind wie auch einige realisierte Beispiele gebäudeintegrierter Photovoltaik. Die Studie geht davon aus, dass bei einer frühzeitigen Positionierung der GIPV in Österreich die Chance besteht, Spezialisten für GIPV heranzubilden, die in weiterer Folge auch verstärkt im Exportgeschäft tätig werden können.
Wichtig dafür wäre die Etablierung eines Inlandsmarkts für GIPV. Wir brauchen daher wie auch hier kalkulierbare Rahmenbedigungen. Langfristig gesehen bedeutet das eine feste Positionierung der Industrie und eine Sicherstellung der Exporte. Die Existenz eines PV-Inlandmarkts führt außerdem zu einer größeren Unabhängigkeit von den weltweiten Entwicklungen bezüglich Wertschöpfung und damit zu einer erhöhten Absicherung der Arbeitsplätze. International wird davon ausgegangen, dass die Preise für Zellen und Module noch signifikant zurückgehen werden.
Kosten: GIPV noch teuer als herkömmliche Gebäude
Zu den Kosten: GIPV-Lösungen sind klarerweise kostenintensiver als Lösungen ohne GIPV. Aufgrund der Bedeutung von lokalen Komponenten in der Gebäudeintegration wird sich laut Studie eine Gleichstellung der Kosten nur im Fall der Existenz eines bedeutenden Inlandsmarkts ergeben.
Der Klimafonds hat heut übrigens eine neue Förderung im Bereich GIPV angekündigt. Mehr Informationen dazu finden sie hier.
Ein gutes Beispiel dafür ist die gebäudeintegrierte Photovoltaik (GIPV).
Eine vergangene Woche vorgestellte Studie (hier als Download) hat auf hervorragende Art und Weise Potentiale und Entwicklungen aufgearbeitet, auf die ich heute und in nächster Zeit eingehen möchte. Denn gerade in der multifunktionalen Ausrichtung, also in der Integration neuer Technologie in andere Anwendungsbereiche, besteht eine Chance für die Photovoltaik.
Und sie bietet hier allerhand Möglichkeiten und Perspektiven.
Enorme Potenziale
Der gebäudeintegrierten Photovoltaik wird weltweit enormes Potenzial vorhergesagt . Prognosen zufolge wird der weltweite Markt für gebäudeintegrierte Photovoltaik von derzeit etwa 1,6 Mrd. USD bis 2016 auf rund 8,7 Mrd. USD ansteigen. Im Bild sehen Sie die prognostizierte Entwicklung der GIPV in ausgewählten Ländern.Aber auch in Österreich gibt es viele Perspektiven. Hubert Fechner, Professor am Institut für Erneuerbare Energie des Technikum Wien und einer der Autoren der Studie, die vom Klima- und Energiefonds (Klien) in Auftrag gegeben wurde, hat ein technisches Potenzial von gebäudeintegrierter Photovoltaik in Österreich auf rund 140 Quadratkilometer Dachfläche und rund 50 Quadratkilometer Fassadenfläche errechnet.
Gebäudeintegrierte Photovoltaik ist auch aus ökonomischer Sicht doppelt sinnvoll, denn es ist kein zusätzliches Element, sondern bedeutet die Substitution von Fassaden- und Dachelementen durch meist semitransparente PV-Elemente und eine Erweiterung der Gebäudefunktionalität. Neben der Stromproduktion werden somit auch noch andere Funktionen im Gebäude, etwa Wetter- und Schallschutz, Dämmung oder Abschattung durch GIPV abgedeckt.
Um das gesamte Potenzial zu nutzen, muss sich aber der Wirkungsgrad der PV-Technologie noch verbessern. Die Effizienzverluste durch nicht optimale Neigung und Ausrichtung der Module, Verschattung oder zu hohe Temperaturen sind fallweise beträchtlich. Insbesondere bei einer in die Fassade integrierten Anlage ist deshalb der Verschattungsfreiheit höchste Bedeutung beizumessen.
Eine Chance für Österreichs Wirtschaft
In Österreich gibt es bereits heute sowohl Unternehmen, die in diesem Bereich spezialisiert sind wie auch einige realisierte Beispiele gebäudeintegrierter Photovoltaik. Die Studie geht davon aus, dass bei einer frühzeitigen Positionierung der GIPV in Österreich die Chance besteht, Spezialisten für GIPV heranzubilden, die in weiterer Folge auch verstärkt im Exportgeschäft tätig werden können.
Wichtig dafür wäre die Etablierung eines Inlandsmarkts für GIPV. Wir brauchen daher wie auch hier kalkulierbare Rahmenbedigungen. Langfristig gesehen bedeutet das eine feste Positionierung der Industrie und eine Sicherstellung der Exporte. Die Existenz eines PV-Inlandmarkts führt außerdem zu einer größeren Unabhängigkeit von den weltweiten Entwicklungen bezüglich Wertschöpfung und damit zu einer erhöhten Absicherung der Arbeitsplätze. International wird davon ausgegangen, dass die Preise für Zellen und Module noch signifikant zurückgehen werden.
Kosten: GIPV noch teuer als herkömmliche Gebäude
Zu den Kosten: GIPV-Lösungen sind klarerweise kostenintensiver als Lösungen ohne GIPV. Aufgrund der Bedeutung von lokalen Komponenten in der Gebäudeintegration wird sich laut Studie eine Gleichstellung der Kosten nur im Fall der Existenz eines bedeutenden Inlandsmarkts ergeben.
Der Klimafonds hat heut übrigens eine neue Förderung im Bereich GIPV angekündigt. Mehr Informationen dazu finden sie hier.






