Die Luftwärmepumpe und eine zu hoch gelegte Latte

Zuletzt hatte ich über die erfreuliche Marktentwicklung bei der Wärmepumpe berichtet. Gerade im Burgenland ist in den vergangenen Jahren - nicht zuletzt aufgrund der Maßnahmen des Landes im Rahmen der Wohnbauförderung - ein deutlicher Anstieg der installierten Wärmepumpen festzustellen. Hier nochmals die Graphik dazu:
EABGLD: Entwicklung der WP

Doch bei der Luftwärmepumpe sind wir derzeit mit verunsicherten Hauserrichtern konfrontiert, denn seit 1. Juni gilt die neue Richtlinie der Wohnbauförderung. Jene enthält folgenden Passus: " Die Jahresarbeitszahl (JAZ) für Heizungswärmepumpen muss mindestens 4,0 betragen, wobei die Jahresarbeitszahl rechnerisch zu ermitteln ist, z.B. nach der Richtlinie VDI 4650. Bei Heizungswärmepumpen mit integrierter Brauchwasseraufbereitung können die Mindestwerte um 0,2 unterschritten werden. In begründeten Ausnahmefällen kann die Jahresarbeitszahl unter 4 betragen, jedenfalls ist eine Jahresarbeitszahl von 3 zu erreichen (...)"

Ehrlicherweise muss man sagen, dass bei der Luftwärmepumpe eine Jahresarbeitszahl von 4,0 nur unter optimalen Bedingungen erreichbar ist. Sehr wohl geht das bei der Erdwärmepumpe. Wobei es gut ist, dass eine Fördermaßnahme hohe Standards legt. Aber die Jahresarbeitszahl von 4 ist derzeit noch eine Latte zu hoch. Dass die Luftwärmepumpe an sich als "begründeter Ausnahmefall" gilt, ist auch nicht anzunehmen.

Nur zum Vergleich: Die EU hat kürzlich in der neuen Erneuerbaren Energie-Richtlinie die Wärmepumpe miteinbezogen. Als entsprechendes Kriterium wird eine Formel für die Jahresarbeitszahl angewandt. Wie mehreren Vortragsunterlagen vom Europäischen Wärmepumpen Forum in Linz zu entnehmen ist, kann derzeit eine Jahresarbeitszahl von 2,875 als Wert angenommen werden, damit die Wärmepumpe als erneuerbare Energie anerkannt wird. Die Jahresarbeitszahl von 4 liegt somit als Förderkriterium derzeit zu hoch – zumindest bei der Luftwärmepumpe.

Es wäre schade, wenn aufgrund dieser Formulierung in der Richtlinie zur Wohnbauförderung weniger Wärmepumpen zum Einsatz kommen würden.

1 Kommentar

Ing.

von Peter Weiß, 25.07.09 um 22:37 Uhr

Sehr geehrter Herr Freiler !

Danke für die völlig richtige Darstellung. Es wäre wirklich schade, wenn aufgrund der unverständlich hohen Jahresarbeitszahl versucht würde, eine der Technologien
zu unterdrücken, die zu einer sehr raschen CO2-Einsparung führen könnten. Noch dazu wo die BEWAG-Strom kWh mit 0,0 gCO2 zertifziert und bestätigt ist.
mit freundlichen Grüßen

SI-Energiesysteme Ges.m.b.H./Generalvertrieb Alpha-InnoTec Wärmepumpen

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