Wie alles begann...von Pionieren und Burgenlands erstem Windpark

Es war im Jahre 1997 als die Gemeinde Zurndorf, damals unter der Führung von Bürgermeister Suchy, das erste Windenergieprojekt des Burgenlandes entwickelte. Projektunterlagen, Windmessungen und konkrete Ideen lagen vor, als der Zurndorfer Bürgermeister mehrmals bei der BEWAG vorstellig wurde und einen „Sondertarif“ für das Windparkprojekt beantragte. Dies war jedoch nicht möglich, da die BEWAG als Energieversorgungsunternehmen alle ihre Kunden gleich zu behandeln hat.
Der damalige BEWAG Vorstand Generaldirektor Kasztler wusste jedoch um den enormen Wert dieses Projektes und erkannte bereits damals, dass im Bereich der erneuerbaren Energien die Zukunft der BEWAG liegen wird. Grund genug, um in der BEWAG eine eigene Stabstelle für Alternativenergie einzurichten, die damals von Ing. Horvath geleitet wurde. Ziel dieser Stabstelle war es, diese zukunftsträchtigen Visionen mit Hilfe des Startprojekts Zurndorf zu verwirklichen.

Auch der zweite BEWAG Vorstand Dr. Ofner war federführend am der Umsetzung des Projekts beteiligt. Von ihm wurde in Zusammenarbeit mit der WIBAG ein Finanzierungsmodell entwickelt. Es konnten Förderungen von Bund, Land, und EU lukriert werden, die immerhin mehr als die Hälfte der damaligen Investitionskosten abdeckten.

Fundament-unterm-RegenbogenIn der Umsetzungsphase wurde die bereits bestehende EPZ Energieprojekt Zurndorf GmbH von der BEWAG übernommen. Als Geschäftsführer wurden Ing. Horvath und Mag. Nemeth eingesetzt und mit der raschen Verwirklichung des Projekts beauftragt.
Der Rest der Projektkosten wurde damals von der BEWAG finanziert. Die einzige Schwierigkeit lag dann nur noch im Umsetzungszeitraum. Der Windpark musste noch vor Ende Dezember 1997 ans Netz gehen, damit die zeitlich begrenzte EU-Förderung nicht verloren ging. Um dieses Ziel zu erreichen war die maximale Unterstützung aller Beteiligten (Anlagenlieferant Enercon, Baufirmen, BEWAG Ressourcen,…) notwendig.
Da es 1997 noch keine Einspeiseregelungen für Windenergieanlagen gab, wurde der Tarif mit der BEWAG, in Anlehnung an die Verordnung des Burgenländischen Einspeiseverordnung für „Erneuerbare Energien“, verhandelt. Der Einspeisetarif für Windenergieanlagen lag unwesentlich über dem damaligen Marktpreis (~ 64 Groschen / kWh). Dieser Tarif wurde in einem privatrechtlichen Vertrag zwischen EPZ und BEWAG geregelt und auf 15 Jahre garantiert.

Transport GondelDie Windenergieanlagen wurden von der Firma Enercon angeliefert, das Projekt in 2 Ausbaustufen realisiert. In Summe wurden 10 Windenergieanlagen des Typs Enercon E40 mit je 500 kW errichtet. Damit war Österreichs erster und größter Windpark mit einer Gesamtleistung von 5MW entstanden. Und wie wir heute wissen, sollte es nicht der letzte bleiben, wobei bis zum Inkrafttreten des Ökostromgesetzes 2002 eine gewisse Durststrecke zurückzulegen war!

zurndorf

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