Bilanz 2008: Windkraft boomt in Europa – Österreich schwächelt

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Die European Wind Energy Association und die IG Windkraft in Österreich haben kürzlich Fakten zum Windkraftausbau in Europa präsentiert. Zusammenfassend kann man sagen:
  1. Einerseits: Europa erlebt einen echten Windkraftboom – erstmals ist die Windkraft Nr. 1 der Energieträger mit der meisten neu installierten Leistung in der Stromerzeugung. Insgesamt sind im Jahr 2008 8484 MW installierter Leistung aus neuen Windkraft-Anlagen in der EU hinzugekommen. (siehe Graphik unten)
  2. Andererseits: In Österreich geht aufgrund der schlechten Förderbedingungen fast gar nichts mehr weiter. 14 MW sind im Jahr 2008 neu hinzugekommen. Nur zum Vergleich: im Jahr 2003 waren es 276 MW. Und wie schon öfter hier erläutert: das Potential wäre da; auch bei uns im Burgenland. Österreich war einmal einer der Vorreiter in der Windkraft – das ist jetzt leider vorerst vorbei und ändert sich erst, wenn wir wieder faire Einspeisetarife erhalten.

An der europäischen Kraftwerksstatistik erfreulich ist der Umstand, dass die Windkraft nun tatsächlich die Nr. 1 geworden ist. D.h. es wird mehr Leistung aus neuen Windkraftwerken erzielt als aus neuen Gaskraftwerken, die in den Jahren davor immer führend waren.

Neu installierte Kraftwerksleistung nach Energieträger
Quelle: European Wind Energy Association


Die Windkraft setzt sich damit nicht nur in einzelnen führenden Staaten wie Deutschland und Dänemark durch, sondern in weiten Teilen Europas.
Ein paar Beispiele:
  • Deutschland 2008: + 1665 MW
  • Spanien 2008: + 1609 MW
  • Italien 2008: +1.010 MW
Aber auch mittel- und osteuropäische Staaten zeigen den Aufwärtstrend, etwa
  • Ungarn: + 62 MW
  • Polen: +196 MW
  • Bulgarien: +101 MW
Bei einigen Projekten ist auch das Know-How der BEWAG über die International Wind Power eingeflossen, etwa in Bulgarien und Ungarn.

Aber man muss erkennen: mit einem Zuwachs von 14 MW im Jahr 2008 ist Österreich im unteren Drittel Europas. Allein dieses unerfreuliche Signal müsste die Politik endlich wachrütteln.

Weitere Informationen zur Windbilanz: IG Windkraft

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