„Tun wir es“ oder Warum sich Politiker so schwer tun

Die 20-20-20 Ziele (20 % weniger Treibhausgas-Emissionen, 20 % Anteil an erneuerbaren Energien, 20 % mehr Energieeffizienz), welche von der Europäischen Union vorgegeben und von Österreich mit beschlossen wurden, sind natürlich zu erreichen und sehr wichtig! Die Interessen der Industrie sind, besonders jetzt in der Wirtschaftskrise, sehr wichtig und wahrzunehmen! Die Interessen der Stromendverbraucher sind sehr wichtig und Strom sollte eigentlich immer billiger werden! Die Interessen der Bauern und der Ausbau der Biomasseprojekte in Österreich sind besonders wichtig und müssen vertreten werden!
Es ist schon ein sehr komplexes System, in dem sich Politiker bewegen. Wenn dann noch ein intensives Wahljahr vor der Tür steht, – Bundespräsidentenwahl, Landtagswahl im Burgenland, Landtagswahl in Wien - werden die Entscheidungen noch schwieriger.

Auch das Ergebnis bei der Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen zeigt, dass wenn es ums „Tun“ geht, alles sehr schwierig wird. Ähnlich geht es dem Einspeisetarif für Windenergie in Österreich. Trotz eines Ausbaustopps der Windprojekte seit 2 Jahren und drohender Kyoto-Strafzahlungen – Österreich ist von allen EU-Staaten am weitesten von der Zielerreichung entfernt - machen es sich die zuständigen Entscheidungsträger schwer einen Einspeisetarif für Windenergie zu beschließen, welcher Investitionen auslösen würde.
Die Nichterreichung des Kyoto-Ziels wird für Österreich Kosten in der Höhe von hunderten Millionen Euro – manche sprechen von über 1 Milliarde ´- zur Folge haben. Wenn ein Teil dieses Geldes in den Ausbau der Windenergie statt in Strafzahlungen investiert werden würde, könnte Österreich und auch das Burgenland einen riesengroßen Schritt in Richtung 20% Anteil an erneuerbaren Energien machen.

Im Ökostrombereich kann kein anderer erneuerbarer Energieträger derart schnell und effizient die Leistungskapazität an sauberem Strom erhöhen wie die Windkraft. Aufgrund der entsprechenden Vorbereitungen der investitionsbereiten Anlagenbetreiber und mit Hilfe politischen Rückenwinds können innerhalb weniger Jahre hunderte MW installiert, CO2 eingespart und die regionale Wirtschaft nachhaltig vorangetrieben werden. Kein anderer Energieträger bringt innerhalb weniger Jahre mehr Leistung pro investiertem Euro.

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Im Burgenland ist das Potenzial zum weiteren Ausbau der Windkraft vorhanden. Es gibt eine Reihe geeigneter Standorte für weitere Windkraftprojekte. Berücksichtigt man Naturschutzaspekte, Natura 2000 etc., dann ergibt sich aufgrund der Windverhältnisse inklusive möglicher Erweiterungen ein Potenzial von 490 MW. Windkraftprojekte mit einer Leistung von 190 MW sind seitens Austrian Wind Power GmbH/BEWAG bis 2013 realisierbar – sofern die politischen Rahmenbedingungen dies ermöglichen, sprich von Minister Mitterlehner im Einvernehmen mit Minister Hundstorfer und Minister Berlakovich ein ausreichend hoher Einspeisetarif beschlossen wird.

Im Burgenland haben wir genug Wind um einen wesentlichen Beitrag für Österreich zur Erreichung der 20-20-20 Ziele zu leisten. Wind ist immer und kostenlos vorhanden. „Tun wir es“. Nutzen wir die Chance jetzt und realisieren wir gemeinsam Windprojekte um Ökostrom zu produzieren und CO2 einzusparen.

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